Die WVMetalle in Zeiten von und nach Corona

Bleibt alles anders?

Ein Einblick in den Maschinenraum des Verbandes in Ausnahmezeiten. Was ist? Was bleibt? Was bringt die Zukunft für die NE-Metallfamilie?

„Bitte alle stummschalten!“, „Sorry für die Verspätung, hatte Probleme beim Einwählen“, „Weiß jemand, was mit dem Kollegen … ist?“, „Man hört Dich doppelt!“. So klingt der Arbeitsalltag momentan fast überall – auch bei der WVMetalle. Inzwischen haben fast alle Mitarbeiter die Netiquette für reibungslose digitale Zusammenarbeit gelernt, jeder kennt die Bücherwände und Deckenleuchten der Kollegen und der ein oder andere freut sich insgeheim, wenn sie/ihn ab und zu ein Anruf über das gute alte Handy oder sogar Festnetztelefon erreicht. Die Corona-Krise treibt zuweilen kuriose Blüten…

Seit dem 23. März befindet sich auch die WVMetalle vorwiegend im mobilen Arbeitsmodus. Auch im Verband ist der Arbeitsalltag noch digitaler geworden. Insbesondere in den ersten Tagen waren die Mitarbeiter damit beschäftigt, Arbeitsabläufe und Kommunikationswege zu optimieren, Sitzungen und Veranstaltungen umzuplanen, neue Routinen zu etablieren.  

Auch wenn die WVMetalle bereits vor der Krise in puncto mobiles Arbeiten gut aufgestellt war, brachte der vollständige Wechsel in das so genannte Homeoffice für den Verband neue Herausforderungen mit sich. Der wöchentliche Jour fixe mit den Fachkollegen findet nun ausschließlich online statt, genauso wie alle anderen internen und externen Sitzungen. Der tägliche persönliche Austausch hat sein digitales Pendant im „virtuellen Büroflur“ via Skype gefunden, zu dem sich Kollegen immer um 15 Uhr einwählen können. 

Jeden Freitag finden technische Inhouse-Schulungen statt, um in kollegialer Beratung alle Mitarbeiter mit neuen Arbeitsinstrumenten vertraut zu machen. Kommunikations- und Kollaborationstools sind dabei genauso Thema wie die neue digitale Telefonanlage, die noch kurz vor der Krise installiert werden konnte. Manchmal braucht man eben auch das nötige Quäntchen Glück!

In einzelnen Teams, wie in der Kommunikation, gibt es in diesen Zeiten besonders hohen Koordinationsaufwand. Eine tägliche kurze Morgenlage hilft bei der effizienten Abstimmung von Projekten. Ziel ist es, sowohl die Mitgliedsunternehmen als auch externe Stakeholder wie Politik, Presse und interessierte Öffentlichkeit noch schneller mit aktuellen und relevanten Informationen zu versorgen. Das fängt bei der zielgruppengerechten Kommunikation auf den unterschiedlichen (Social-Media-) Kanälen an und hört bei neuen Online-Eventformaten noch lange nicht auf. Wir sind mittendrin... 

Enge Abstimmung findet auch mit den Branchenverbänden statt. Ein regelmäßiger Austausch per Skype-Konferenz ist fester Bestandteil der Arbeitswoche. Sowohl unter den Geschäftsführungen als auch auf Arbeitsebene prägt ein hohes Maß an Pragmatismus die Zusammenarbeit. In der Krise ist es wichtiger denn je, die Kräfte zu bündeln und mit einer starken Stimme Richtung Politik die gemeinsamen Anliegen zu vertreten.

So konnten bereits wichtige Projekte gemeinsam und in kürzester Zeit auf den Weg gebracht werden. Besonders erwähnenswert ist das Corona-Infodesk, der gemeinsame Service von BDG, GDA, GDB und WVMetalle für Mitgliedsunternehmen, Politiker, Journalisten und weitere Interessierte. Die Website deckt ein breites Spektrum an relevanten Themen ab, z.B. Informationen zu Hilfsprogrammen, Gesundheitsschutz und Umweltrecht. Das Infodesk wird ständig aktualisiert und optimiert. Das Logo und der Hashtag #metallevernetzt machen die gemeinsame Initiative der NE-Metallfamilie auf allen Kommunikationskanälen sichtbar, insbesondere in den sozialen Medien auf Facebook, Linkedin und Twitter. Für eine eher unkonventionelle Ad-hoc-Kommunikation mit den Mitgliedern erproben die NE-Metallverbände außerdem gerade die App Slack

#metallevernetzt

Das Corona-Infodesk ist ein gemeinsamer Service von BDG, GDA, GDB und WVMetalle für Mitgliedsunternehmen, Politiker, Journalisten und weitere Interessierte. Die Website deckt ein breites Spektrum relevanter Themen ab, z.B. Informationen zu Hilfsprogrammen, Gesundheitsschutz und Umweltrecht. Das Infodesk wird ständig aktualisiert und optimiert.

Diese Beispiele sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf die digitalen Optionen, die die WVMetalle in ihrer Mitgliederkommunikation und vielen anderen Bereichen der Verbandsarbeit momentan entwickelt – immer mit der Maßgabe: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss dem Menschen dienen, das heißt, die Leistung verbessern und den Beteiligten die Arbeit erleichtern. Bereits im Herbst 2019 hat sich die interne „Arbeitsgruppe Digitalisierung“ zusammengefunden, um diesen Prozess voranzubringen. Ein Online-Workshop mit allen WVMetalle-Mitarbeitern hat dazu bereits im April 2020 stattgefunden; im August wir ein zweiter Termin folgen, um konkrete Maßnahmen zu identifizieren und anschließend umzusetzen.

Mit ihrem Vorhaben befindet sich die WVMetalle übrigens in guter Gesellschaft: Das Magazin „Verbändereport“ hat in einer Umfrage Ende 2019 – also noch vor der Corona-Krise  – Verbands-Führungskräfte um ihre Einschätzung hinsichtlich der Verbandstrends für das Jahr 2020 gebeten. Laut Umfrageergebnis stehen folgende Themen im Fokus der Verbände:

  1. Profil des Verbandes schärfen
    (58,3 %), Vorjahr 1. Rang
  2. Chancen der digitalen Transformation für den Verband nutzen ​(50,0 %), Vorjahr 2. Rang
  3. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit neu denken, verstärkt soziale Medien einsetzen
    (45,8 %), Vorjahr 5. Rang
  4. Mitgliederkommunikation intensivieren 
    (36,1 %), Vorjahr 4. Rang
  5. Reorganisationsprozesse im Verband anstoßen
    (31,9 %), Vorjahr 8. Rang

Quelle: Verbändereport (Ausgabe 1/2020)

Die Corona-Krise wirkt als Verstärker und Beschleuniger dieser Verbandstrends. Das ist für alle Verbände und ihre Mitarbeiter heute schon deutlich spürbar. Vieles muss neu gedacht, aber vor allem gut durchdacht werden. Denn die Auswirkungen der momentanen Krise können wir bisher nur erahnen. Die WVMetalle mit all ihren innovativen, kreativen und klugen Köpfen nimmt diese Herausforderung an und begreift sie als Chance, in den kommenden Monaten die richtigen Weichen für die Zukunft des Verbandes zu stellen.

Veröffentlicht im Mai 2020